2010-12-31 23:34:05 | Author:

Einmal im Jahr läßt der Deutsche die Zeiten aufleben, als der Tommy noch in den Wolken hing, und er sein und anderer Leben für die totalen Blödsinn opfern durfte.
Es ist Silvester – Zeit, es dem Himmel heimzuzahlen für ein Jahr Bombardement mit Regen, Schnee, Sonne, Wind und was von dort noch so an Unbill zu erdulden war. Der Krieg ist nicht verloren, tönt es wie Donnerschall von Heimstatt zu Heimstatt. Die deutsche Kriegsmaschinerie läuft an, präzise werden alle Vorbereitungen getroffen.
Papa klammert das Feuerzeug, während Filius die Munition bündelweise heranträgt. Das den Dienst an der Waffe verweigernde Weib wird der Wehrkraftzersetzung bezichtigt, und für Sanitätsdienste abgestellt. Dann ist es soweit: Punkt null Uhr null wird zurückgeschossen! Aus jedem Vorgarten, von jeder Straßenecke spermt der Volkssturm gegen die Wolkendecke, daß jeder Pornostreifen dagegen aussieht wie Space Odyssey gegen Star Wars.
Nach einer halben Stunde Dauerfeuer ist der Vorrat an Explosivmaterial aufgebraucht. Freund wie Feind waren schon nach fünf Minuten im Pulverqualm verschwunden. Jetzt wird’s auch langsam kalt, Papa hat drei Finger weniger, und von drinnen lockt der Rest der Schampusflasche. Befriedigt ob der Wiedererlangung der Lufthoheit über dem Vaterlande, zieht sich der Bundesprolet in die Betonschachtel zurück, aus der er Mitternacht gekrochen ist. Fünf Minuten später fängt es an zu regnen. Frohes Neues.

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