2011-03-12 19:27:22 | Author:

die staubmäuse reden nicht mehr mit mir. sie haben sich in ihre ecke gedrückt, und starren mich vorwurfsvoll an. ich habe ihre kollegen von der gegenüberliegenden seite verscheucht, nein nicht nur das, ich habe sie weggewischt. naß. wasser ist das ende einer jeden staubmaus, das habe ich vorher gewußt, und dennoch habe ich es getan, billigend ihren tod in kauf nehmend. ich bereue es. wer redet sonst mit mir, außer den staubmäusen, in den stillen nächten, wenn der mond das fenster erreicht und einen schmalen streifen licht in ihre ecke sticht. aber es atmet sich so schwer, mit dem gesicht im staub, in denselben nächten, auch wenn sie mit mir redeten, und da habe ich das wasser genommen, gutes wasser, und meine hände, gute hände, und habe sie weggewischt von der seite, da wo ich liege, und sie haben entsetzt zugesehn, die mäuse die mit mir redeten, als ich sie fortschob, die mäuse, die stumm waren, stumm und aus staub, aber mäuse, und manche redeten mit mir, die, die in der ecke, wo der mond sein licht hineinsticht. jetzt starren sie mich nur noch an, und fürchten sie müßten auch fort, eine nach der andern, zusammengepreßt zu einem nassen klumpen nichtmäusigkeit, unstaubigkeit, zu einem klumpen der aus dem fenster fliegt, wie der andere zuvor. ich habe nicht die absicht, will ich ihnen sagen, ihr armen mäuse, aber sie hören mir nicht mehr zu, ich habe ihr vertrauen verloren. so einsam bin ich jetzt, ohne die mäuse, vielleicht sollte ich mit dem schatten reden, den das mondlicht umfaßt, er sieht etwas gesprächiger aus als die nun stummen mäuse. aber das ist dumm, denn schatten reden nicht, jedenfalls keine guten dinge, das haben mir die mäuse gesagt. als sie noch mit mir redeten….

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