2005-05-29 19:45:00 | Author: Fusselwurm

im Alten Pfarrhaus zu Wanzka am 2005-05-07 18:30 +0200


Ein Sonnabend war's, wir spielten Volleyball auf grünem Feld.
Und wie wir da so spielen, ein Schatten auf uns fällt.

Siebzehn Uhr, so ruft es, der Tischdienst her zu mir!
Fünf arme Seelen stöhnen im Geist vereint mit mir.

Abendbrot um sechse! Ab in die Küche, Marsch!
Die andern spielen weiter, und wir, wir sind am Arsch.

Der Zweck des ganzen, sei gesagt, ward uns nicht vorenthalten.
Uns oblag es nun, den Abend zu gestalten.

Wir hatten uns jetzt tagelang im Geist mit Gott beschäftigt
und mit Mut und Überschwang uns geistlich sehr gekräftigt.

Nun, so befand man, wäre es doch an der Zeit sich auch -
nachdem der Kopf Nahrung bekam - zu stopfen voll den Bauch.

Ein Festmahl sollt es geben, mit allem drum und dran.
Ein Festmahl sondergleichen - dann fing die Arbeit an.

Dekoriert wurde der Tisch mit bunten Servietten
und säuberlich zurechtgelegt Besteck an allen Ecken.

In der Küche ward derweil geackert und geschuftet.
Geschnitten, gebacken und gebrutzelt: und alles herrlich duftet.

Souverän hielt Judith hier das Zepter in der Hand
sie gilt bei uns seit dieser Fahrt als bester Koch im Land.

Als dann am End doch noch die Essensglocke klang
war es halb sieben - der Küchendienst serviert den ersten Gang:

Eine Suppe; Nudeln drin und Bällchen, der Magen war noch leer.
Es schmeckte uns vorzüglich, wir wollten aber mehr.

Mit scharfen Messern kleingeschnitten die rötesten Tomaten,
Käs' und Zwiebeln drangemischt, damit es wohl gerate

und köstlichen Salat ergebe, den man zum Brot dann ißt,
bei dem vor lauter Freude das Kauen man vergißt.

Zwischen den Gängen kleine Pausen, Gesang und Vortrag gibt es da;
den Hasen und den Löwen stellt Marco trefflich dar.

Dann gab es feine Flügelchen von  federreichem Vieh
Der Geschmack von Haut und Knochen war so gut wie nie.

Und andres Fleisch, ich glaube Kassler, und Nudeln sah ich stehn.
Von ganzem Herzen speisten wir, kein Ende war zu sehn.

Ananas, zerteilt in Scheiben, mit Birnen man vereint,
mit Käsestückchen dann serviert - mein Gaumen hat geweint

vor lauter Freude - ihr versteht - und es bestand Gefahr
daß nach Genüssen dieser Art im Bauch kein Platz mehr war.

O weh! Und es kam noch etwas, und wollt gegessen werden:
Schokocreme, ganz wunderbar. Bei manchen gab's Beschwerden:

Hatten sie doch - diese Gier! - schon allzuviel verschlungen
und schenkten diesen Höhepunkt dem Nachbarn - notgedrungen.

Das Festmahl ist zu Ende, der Abwasch steht bevor:
Fünf arme Seelen stöhnen vereint mit mir im Chor.

v0.4d

thanks to: Nomisum, Sophie, Zucki, Christoph, Inka

ein Fehler:
* reihenfolge der ersten beiden gänge vertauscht; erst kam der salat, dann die suppe.

Category: Versfetzen
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