Christoph Dähne – zwei Worte, ein Mann.
Ein Mann, dessen Leben beginnen kann,
nun, da er bezwungen der Höllen Pforte,
entronnen der Schule, dem gräßlichen Orte.
Christoph Dähne – kaum daß du zwanzig,
strebst fort du von hier und hast ganz dich
entschieden für Dresden im fernen Sachsen,
wo außer Stollen nur Kirchen wachsen.
Bleibe doch hier, in Friedrichshagen,
das mit Schönheit und Reichtum geschlagen,
wo wir in Tagen, die jetzt verflossen,
zusammen saßen und gemeinsam genossen
die Früchte der Freundschaft im Feuerschein.
Tranken hunderte Gläser von rotem Wein,
Haben tausende Bären aus Gummi erlegt,
und sind tanzend über die Wiese gefegt.
Ha, Friedrichshagen, ja, du wirst es missen,
und wirst uns drum die Füße küssen
wenn wir dir eine Flagge geben:
mit ihr läßt du Berlin hochleben.
Auch eine Flasche wolln wir dir schenken.
Kannst mit und in ihr den Kummer ertränken
ertränken in Friedrichshagener Bier.
Bekomm es wohl – wir lieben dir.
Und einen Kamm – denn schön sollst du sein
zum Ruhme Berlins, und um dich zu erfreun.
Kannst dir eine schmalzige Locke rühren
um unschuldge sächsische Fraun zu verführen.
Zuguterletzt, sollt’ der Flirt nicht gelingen
brauchst einen Hut du, um’s doch zu erzwingen,
den Anschein von Reichtum zu erzeugen
und endlich den Willen der Weiber zu beugen.
Wer so lebt, Casanova, der muß oft fliehn,
sich dem Zugriff gehörnter Männer entziehn.
Aus unsren Händen drum am Schluß
nimm einen Stab, er beschleunigt den Fuß.
Laßt uns auf Christoph das Glas erheben!
So kann er auch in Sachsen leben,
vor keiner Widrigkeit sich beugen,
und unser Dorf vor der Welt bezeugen!
Ist er fort, werden Jahre der Trauer uns plagen
wir hörn überm Brauturm die Möwen klagen.
Und Lieder werden wir singen, ihm zu Ehren
um die größte Verzweiflung abzuwehren.
So wird es gehen lange Jahre,
so mancher Greis lag auf der Bahre.
Die Kraft reicht kaum uns noch zum Summen,
da werden die Möwen verstummen.
Und denkt euch, ein Laut wird die Ruhe stören
wir werden vertraute Schritte hören:
und in Jubel und Konfettiparaden
wird Christoph über die Bölsche traben.

