Im 21. Jahrhundert dachten die Menschen, eine bessere Welt zu schaffen.
Sie vergaßen Gott, und vertrauten der Kraft ihrer eigenen Hände.
Da sprachen die Menschen zueinander:
Lasset uns stark sein und uns wappnen!
Und zum Schutz vor den Schwachen schufen sie den fliegenden und den fahrenden Tod, und den Tod in den Tiefen des Meeres.
Sie lernten, den Tod in den Wind zu mischen und in das Wasser.
Und sie hatten Macht, die Welt zu vernichten.
Doch in ihrer Stärke bekamen die Menschen Angst.
Und sie sprachen zueinander:
Lasset uns unabhängig sein und frei!
Und zum Schutz ihrer Freiheit töteten sie ihre Kinder, noch ehe sie geboren waren.
Sie flogen schneller als die Vögel, und schwammen weiter als die großen Fische.
Und sie konnten an die Enden der Erde gelangen.
Doch in ihrer Freiheit wurden sie einsam.
Und sie sprachen zueinander:
Lasset uns das Leben genießen und fröhlich sein!
Und zum Genuß erschufen sie vielerlei Dinge, und es wollte ein jeder alle Schätze der Welt besitzen.
Sie hielten höhnische Reden für schön und machten ein großes Geschrei.
Und es war ein großes Lärmen.
Doch in ihrem Lärmen erstarb ihre Freude.
Und bei alldem arbeiteten sie unermüdlich, und für ihre Waffen und ihre Verantwortungslosigkeit und ihre Verschwendung starb alles Getier, was auf Erden lebt, und in den Wassern. Rauch verdunkelte den Himmel des Tages und Feuer erhellten ihn des Nachts.
Und alles was grün war auf Erden, ging ein in der Hitze, und der Boden wurde unfruchtbar und hart.
Am Ende war die Erde wüst und leer, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.


Wenn die Erde eines Tages wieder wüst und leer wird, dann wegen einem Haufen religiöser Fanatiker, und nicht wegen eines Wissenschaftlers, der versucht, Leute mit ohnehin existenten Stammzellen zu heilen.
Weder noch.
Sondern weil jeder Hans und Franz unbedingt alle naselang um die Welt fliegen muß.
Weil auch der zehnmilliardste Chinese genauso wie der blöde Deutsche ein Auto mit hundertfünfzig Pferdchen drin haben möchte.
Weil der ärmste Teufel in Zimbabwe sich gleich viel besser fühlt, wenn er seine Frau die Kinder am Fließband ausbrüten läßt.
Weil jeder zweite sich alle drei Monate ‘ne neue Festplatte für seine Pornosammlung kaufen muß.
Weil es soviel praktischer ist, den Rechner im Büro über Nacht anzulassen.
Weil die Äpfel aus Neuseeland ja so viel besser sind als die aus der Gegend.
Weil man auch im Winter Erdbeeren essen möchte.
Weil es verboten ist, einfach so einen Baum im Garten zu fällen, aber total in Ordnung, alle Weltmeere leerzufischen.
Weil es so hübsch ist, wenn man mit kilowattstarken Scheinwerfern nachts das <Gebäude ihrer Wahl einfügen> oder gleich den Himmel anleuchtet.
Weil Müll wegschmeißen einfacher ist, als Müll vermeiden.
Weil ein Paar Titten spannender ist als alle Regenwälder der Welt.
Weil der fieseste Tyrann okay ist, wenn er der Exportindustrie den den Sack krault.
Weil, wenn man grad mies drauf ist, man so schön die “Habt-euch-lieb”-Teile aus <hier heiliges Buch ihrer Wahl einfügen> ausblenden kann.
Weil …
amen :/
Hey,
ich muss sagen echt ein cooler Blog und diese “Vernichtungsgeschichte” find ich echt gut.
Kann ich die denn (natürlich mit der Nennung deiner Site) in ner Andacht mal verwenden?
Wär echt cool!
Und zu dem Beitrag davor:
Man kann doch auch wissenschaftlicher Fanatiker sein. Und ich denke, die mit Leben rumpfuschen sind allemal schlimmer als jeder rechte evangelikale, die kann man nämlich einfach ignorieren.
Also, weiter so!
GBY
Simon
Klar… was ich hier von mir gebe, darf gern weiterverwurstet werden. – Solang keiner Geld damit macht (unwahrscheinlich), oder behauptet es wäre auf seinem Mist gewachsen ;)