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2007-10-23 19:18:38 | Author: Fusselwurm
Die Kerze brennt, die Nacht ist nah
ich liege flach – was für ein Tag!
Früh am Morgen aufgewacht
- der Wecker plärrt, vorbei die Nacht.
Das Bett ist leer, das Zimmer kalt,
der Tee ist doof, das Brot ist alt.
In Eiseskälte Handschuh an,
Sturmhaube, Helm, es geht alsdann
durch stinkenden Berufsverkehr
zur Arbeit hin, den Kopf noch leer.
Ich hab zu tun, der Kopf läuft voll,
die Codebase wächst, ich find das toll.
Nach abertausend Tastenschlägen
ist’s Zeit, sich weiterzubegeben.
Und schnell! Ich hab nicht ewig Zeit,
ich muß zum Sport, der Weg ist weit.
Den Rücken naß, die Stirne rot,
so komm ich an und bin halbtot.
Die Muskeln schmerzen, schrein empört
was soll der Scheiß, sie sind empört.
Dann ist’s vorbei, ich zieh mich um
jetz reicht es echt, sonst fall ich um.
Und endlich! Komm ich irgendwann
auch in der eignen Wohnung an.
Jetzt noch duschen, kochen, waschen,
und vorher nicht vom Essen naschen.
Mit vollem Magen zünd ich dann
mir eine einzje Kerze an.
Mit deinem letzten Brief vor mir
schlaf ich ein und träum von dir.
Bis irgendwann der Wecker schreit,
mich wieder in den Wahnsinn treibt.
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2007-05-01 17:30:27 | Author: Fusselwurm

Siehst du auf dem Grund der Erpe
dieses lange grüne Haar?
Sei gewarnt und halt dich ferne
denn die Nixen liegen da.

Ganz sind sie im Grund vergraben,
nur ihr Haar, das wallt hervor.
Fische wolln sie keine haben
denn sie ziehen Menschen vor.

Hab versucht, sie rauszulocken
(wer reinspringt, der ist nicht sehr schlau –
von dem bleiben nur die Socken:
Den fressen sie in ihrem Bau.)

Ich aber hab am Rand gesessen
Stunden, Tage, Monde lang.
Hab’s gewagt und mich vermessen
zu singen einen Zaubersang.

Und endlich war Bewegung dort:
Zwischen Knochen und Gebein
schaute ein Gesicht empor –
ich dacht, so müßten Engel sein.

Dann, ganz langsam, stieg sie hoch
Fest hielt ich sie in meinem Bann
Sie kämpft’ und wehrte sich und doch -
es zog mein Zauber sie an Land.

Das Grünhaar ist ihr ausgebleicht,
verlor die Algen, wurde fahl
nur in den Augen spielt jetzt noch
das Wasser hell im Sonnenstrahl.

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2007-04-17 05:13:13 | Author: Fusselwurm

Der Tag begann mit dir
jetzt geht er zu Ende
wir setzen uns hin
und falten die Hände:

Gott der du lebst
und der du hier bist
wir haben uns lieb
und finden es Mist

daß für diese Nacht
wir uns trennen müssen
damit wir uns nicht
die Lippen wundküssen.

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2007-01-22 19:41:10 | Author: Fusselwurm

tired my eyes dont see
but hurt
where’s the sleep
wont come
strange thoughts
and feelings
moving in my guts
smell something
dont you
irreal is nothing
but the feel
not listening to music bounces off the ears yet reaches deep
remember a dream
that wouldnt be real
but for the fatigue
and the knowledge
emerge sync that
and /etc/whoknowswhat
as if anyone cared but my fingers typing empty

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2006-12-29 14:37:27 | Author: Fusselwurm

Und offen lag dein Herz vor mir;
Mir schauderte vor Wärme.
Ich spürte deine kühle Hand,
rund um uns brannten Sterne.

Dort draußen lag die alte Nacht
der Himmel war kein Himmel:
es schwamm auf Eis und Nebel schwer
nur ekler rosa Schimmel.

Doch drin in uns da brannte Licht
noch heller als die Flammen
uns ängstigte das Leben nicht;
Wir lagen still beisammen.

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2006-11-20 15:07:29 | Author: Fusselwurm

Christoph Dähne – zwei Worte, ein Mann.
Ein Mann, dessen Leben beginnen kann,
nun, da er bezwungen der Höllen Pforte,
entronnen der Schule, dem gräßlichen Orte.

Christoph Dähne – kaum daß du zwanzig,
strebst fort du von hier und hast ganz dich
entschieden für Dresden im fernen Sachsen,
wo außer Stollen nur Kirchen wachsen.

Bleibe doch hier, in Friedrichshagen,
das mit Schönheit und Reichtum geschlagen,
wo wir in Tagen, die jetzt verflossen,
zusammen saßen und gemeinsam genossen

die Früchte der Freundschaft im Feuerschein.
Tranken hunderte Gläser von rotem Wein,
Haben tausende Bären aus Gummi erlegt,
und sind tanzend über die Wiese gefegt.

Ha, Friedrichshagen, ja, du wirst es missen,
und wirst uns drum die Füße küssen
wenn wir dir eine Flagge geben:
mit ihr läßt du Berlin hochleben.

Auch eine Flasche wolln wir dir schenken.
Kannst mit und in ihr den Kummer ertränken
ertränken in Friedrichshagener Bier.
Bekomm es wohl – wir lieben dir.

Und einen Kamm – denn schön sollst du sein
zum Ruhme Berlins, und um dich zu erfreun.
Kannst dir eine schmalzige Locke rühren
um unschuldge sächsische Fraun zu verführen.

Zuguterletzt, sollt’ der Flirt nicht gelingen
brauchst einen Hut du, um’s doch zu erzwingen,
den Anschein von Reichtum zu erzeugen
und endlich den Willen der Weiber zu beugen.

Wer so lebt, Casanova, der muß oft fliehn,
sich dem Zugriff gehörnter Männer entziehn.
Aus unsren Händen drum am Schluß
nimm einen Stab, er beschleunigt den Fuß.

Laßt uns auf Christoph das Glas erheben!
So kann er auch in Sachsen leben,
vor keiner Widrigkeit sich beugen,
und unser Dorf vor der Welt bezeugen!

Ist er fort, werden Jahre der Trauer uns plagen
wir hörn überm Brauturm die Möwen klagen.
Und Lieder werden wir singen, ihm zu Ehren
um die größte Verzweiflung abzuwehren.

So wird es gehen lange Jahre,
so mancher Greis lag auf der Bahre.
Die Kraft reicht kaum uns noch zum Summen,
da werden die Möwen verstummen.

Und denkt euch, ein Laut wird die Ruhe stören
wir werden vertraute Schritte hören:
und in Jubel und Konfettiparaden
wird Christoph über die Bölsche traben.

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2006-11-04 16:44:50 | Author: Fusselwurm

Durch graue Nebelschwaden die dumpfe Pauke zählt.
Ein Licht zieht seine Bahnen, dann brüllt es und es fällt
vom Himmel wie ein Stein, zerbirst in heißen Flammen –
kein Schrei die Nacht erhellt, stumm sterben wir zusammen.

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2006-10-25 22:29:20 | Author: Fusselwurm

Die Nacht war kalt, die Sterne klar
ein Hauch von Frost zu spüren war
als ich dort auf der Wiese stand
und sah die Weite über mir –
ich kehr zurück, und bringe dir
ein Wort, das dir der Wald gesandt:

“Menschenkind, sei dir bewußt
daß du dereinst sterben mußt
darum sei weise, zögre nicht:
Nutze die Zeit, die Gott dir gab
geht sie bergauf oder bergab,
sei sie dunkel oder licht.”

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2006-07-08 19:50:21 | Author: Fusselwurm

In Wellen eilt es die Scheiben hinunter
und spritzt schäumend ins Gleisbett,
wehendes Wasser, im Takt des Windes
tanzt es über Schwellen und Schienen;
allein das Publikum wendet den Kopf
und sagt “Scheißwetter”.

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2006-07-08 19:19:36 | Author: Fusselwurm

wie kann es sein daß ich träume
wo ich den traum mir verbat
wie kann es sein daß ich kämpfe
der den kampf verloren hat

wie kann es sein daß ich liebe
die mich nicht lieben will
wie kann es sein daß ich hoffe
und nicht mehr schweige still

wie kann es sein daß ich glaube
und alles dagegen spricht
wie kann es sein daß ich stehe
trotz gegenwind fall ich nicht

wie kann es sein daß ich sicher bin
wie stark ist es und rein
ich weiß jetzt daß ich liebe
ich muß gesegnet sein

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